In der Tat sieht es nach Angaben der Weltbank so aus:
- Ungefähr 2,5 Milliarden Erwachsene weltweit haben kein formelles Bankkonto.
- In Entwicklungsländern haben nur 41 Prozent der Erwachsenen ein Bankkonto (im Vergleich zu fast 90 Prozent in Ländern mit hohem Einkommen).
- In Entwicklungsländern ist die Wahrscheinlichkeit, dass die reichsten 20 Prozent ein Konto haben, mehr als doppelt so hoch wie bei den untersten 20 Prozent.
- Es gibt auch eine Ungleichheit zwischen den Geschlechtern: 46 Prozent der Männer in ärmeren Ländern haben ein offizielles Konto, während nur 37 Prozent der Frauen eines haben.
Diese Statistiken bildeten den Hintergrund für den achten jährlichen Financial Literacy and Education Summit, der von der Federal Reserve Bank of Chicago und Visa Inc. veranstaltet wurde. Renommierte, amerikanische und internationale Finanzexperten leiteten lebhafte Diskussionen zum Thema „Finanzielle Bildung für Menschen ohne oder nur mit eingeschränktem Zugang zu Finanzinstituten.“ Ungefähr 1.500 Teilnehmer*innen aus 50 Ländern waren anwesend oder verfolgten die Live-Übertragung im Internet.
Im Mittelpunkt der Diskussionen stand die grundlegende Frage: „Ist finanzielle Bildung für einen Teil der Bevölkerung wichtig, der von offiziellen Finanzdienstleistungen weitgehend ausgeschlossen ist?“ Laut Hauptredner Bill Sheedy, EVP, Corporate Strategy, M&A and Government Relations bei Visa, und den anderen Diskussionsteilnehmern ist die Antwort ein uneingeschränktes „Ja“.
„Diese Erwachsenen mit nützlichen, skalierbaren und zugänglichen Finanzdienstleistungen zu versorgen, ist nur ein Teil des Ganzen“, so Sheedy. „Sie müssen wissen, wie man diese Produkte sinnvoll einsetzt, und sie müssen die Fähigkeit und das Selbstvertrauen haben, ihr Geld vernünftig zu verwalten. Wir können diese 2,5 Milliarden Menschen nur dann erfolgreich in den wirtschaftlichen Mainstream einbinden, wenn wir ihnen finanzielle Bildung vermitteln, lange bevor sie überhaupt Kontonummern erhalten.“
Neben den zahlreichen Herausforderungen, mit denen Menschen ohne oder nur mit eingeschränktem Zugang zu Finanzinstituten konfrontiert sind, nannten die Diskussionsteilnehmer auch erfolgreiche Maßnahmen zur finanziellen Bildung, die sie beobachtet haben:
- Paula A. Cox, ehemalige Premierministerin und Finanzministerin von Bermuda, beschrieb ein erfolgreiches Programm auf den Bermudas, bei dem Regierungsvertreter*innen Workshops für Bauarbeiter*innen von Kleinunternehmen auf ihren Baustellen durchführten. Teilnehmer*innen, die den sechswöchigen Kurs erfolgreich abgeschlossen haben, hatten dann einen Vorsprung bei der Bewerbung um öffentlich ausgeschriebene Projekte.
- Jennifer Tescher, President & CEO, Center for Financial Services Innovation, erwähnte die Finanzierung ihrer Organisation, um ein Finanz-Coaching-Programm kosteneffizienter zu machen, indem sie Fernsitzungen und Datentransfer zwischen Kunden und ehrenamtlichen Coaches ermöglicht. Eine Nachuntersuchung ergab, dass die Kunden, die eine Fernberatung in Anspruch nahmen, sich stärker engagierten und teilnahmen als die Personen, die nur eine persönliche Beratung erhielten.
- Leora Klaper, Lead Economist, Finance and Private Sector Research Team der Development Research Group der Weltbank, erwähnte ein Projekt der Weltbank in Indonesien mit Wanderarbeiter*innen, die häufig Geld an Familienmitglieder schicken. Die Mitarbeiter*innen teilten die Schulungen über kosteneffiziente Überweisungsmethoden in drei verschiedene Zielgruppen auf: die Arbeiter*innen selbst, die Empfänger*innen und die beiden Gruppen, die gemeinsam geschult wurden. Interessanterweise behielten die Familien, die gemeinsam lernten, die Informationen viel besser und trafen klügere Entscheidungen als diejenigen, die einzeln unterrichtet wurden.
Unterm Strich:
Im Bereich der persönlichen Finanzverwaltung werden enorme technologische Fortschritte gemacht. Unsere Herausforderung besteht darin, Wege zu finden, um diese Instrumente – und grundlegende Finanzdienstleistungen – für große Gruppen von unterversorgten Menschen zugänglich zu machen. Eine parallele Herausforderung besteht darin, weiterhin Materialien zur finanziellen Bildung zu entwickeln und zu verbreiten, die es Kindern und Erwachsenen ermöglichen, zu verstehen, wie sie ihr Geld verwalten können.
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Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und sollte nicht als Gesundheits-, Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung angesehen werden. Es ist immer eine gute Idee, sich an Steuer- oder Finanzberater*innen zu wenden, um spezifische Informationen darüber zu erhalten, wie bestimmte Gesetze auf Ihre Situation zutreffen und wie Ihre individuelle finanzielle Situation aussieht.