Beispiele für Identitätsdiebstahl und -betrug
Jeder kann das Opfer von Identitätsdiebstahl oder -betrug werden. Kriminelle machen da keinen Unterschied. Sie nehmen Menschen ungeachtet ihres Alters, ihres Hintergrund und ihres Einkommens ins Visier. Für die Opfer, ihre Angehörigen und ihre Finanzen können die Folgen verheerend sein. Bis zur Lösung des Problems wirkt sich dieser Betrug darauf aus, ob das Opfer ein Darlehen, eine Kreditkarte oder sogar einen Handyvertrag erhält.
Die beste Gegenmaßnahme gegen Identitätsdiebstahl und -betrug ist zu verhindern, dass es passiert. Dazu müssen Sie sich des Problems bewusst sein. Hier finden Sie also zehn der häufigsten Methoden des Identitätsdiebstahls und -betrugs.
Da Kriminelle für die Übernahme Ihres Kontos Ihren Benutzernamen und Ihre Passwörter brauchen, müssen Sie diese Informationen unbedingt schützen. Verwenden Sie für jedes Konto ein eigenes starkes Passwort. Wenn es Ihnen schwerfällt, einzigartige Passwörter zu erfinden und sich zu merken, verwenden Sie einen Passwortgenerator oder -manager. Es kann auch sein, dass Ihre Bank und andere Dienstleister Ihnen einen Code per SMS senden, damit Sie online auf Ihr Konto zugreifen oder Überweisungen machen können. Eventuell fragen sie auch weitere Informationen ab, was als Zwei-Faktor-Authentifizierung bezeichnet wird. Dies ist eine zusätzliche Sicherungsmaßnahme und soll überprüfen, ob wirklich Sie auf Ihr Konto zugreifen.
Identitätsdiebstahl bei Kindern
Auch Kinder sind beliebte Ziele für Identitätsdiebstähle, da sie eine komplett weiße Weste und keine Kredithistorie haben, ganz besonders, wenn sie noch minderjährig sind. Kriminelle verwenden die Namen, Anschriften, Geburtsdaten und Ausweisnummern von Kindern, um in betrügerischer Absicht Konten zu eröffnen oder anderweitig Schulden zu machen.
Wenn für Ihr Kind eine Kreditauskunft vorliegt, können Sie weiteren Betrug verhindern und Ihr Kind vor zukünftigen Angriffen schützen, indem Sie die Auskunft einfrieren lassen. Häufig handelt es sich bei den Täter*innen beim Identitätsdiebstahl von Kindern um böswillige Angehörige oder jemanden, der das Opfer kennt und so Zugriff auf seine personenbezogenen Daten hat. Seien Sie vorsichtig, wenn Sie die personenbezogenen Daten Ihres Kindes weitergeben. Klären Sie auch Ihr Kind entsprechend auf. Und ergreifen Sie Schritte, um sensible Unterlagen zu Hause zu schützen.
Debit- oder Kreditkartenbetrug
Beim Debit- oder Kreditkartenbetrug verwendet jemand Ihre Karte ohne Ihre Zustimmung. Selbst wenn Kriminelle keinen Zugriff auf Ihre tatsächlichen Karten haben, können sie trotzdem Ihre Kartendaten verwenden. Zum Beispiel indem sie mit Ihren Kartendaten online einkaufen oder gefälschte Karten erstellen.
Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Kreditkarten- und Kontoauszüge, um die Folgen eines solchen Betrugs einzudämmen. Wenden Sie sich umgehend an den Herausgeber Ihrer Karte oder Ihre Bank, wenn Ihnen etwas Verdächtiges auffällt. Die meisten Herausgeber von Karten ziehen Sie nicht für Zahlungen zur Verantwortung, die Sie nicht autorisiert haben. Bewahren Sie Belege und Auszüge immer sicher auf und vernichten Sie sie auch sicher.
Betrug mit Ausweisnummern
Die meisten staatlichen Behörden vergeben Nummern auf Reisepässen, Führerscheinen, Steuerbescheiden oder Versichertenkarten. So können Bürger*innen sich leichter identifizieren, wenn sie Leistungen beantragen, auf die sie einen Anspruch haben. Natürlich sind diese von staatlichen Stellen ausgestellten Daten auch für Kriminelle interessant, die sich als Sie ausgeben und Anträge stellen oder Leistungen in Anspruch nehmen, die ihnen eigentlich nicht zustehen.
Überprüfen Sie mindestens einmal jährlich Ihre Kreditauskunft. Wenden Sie sich an die Wirtschaftsauskunftei, wenn Ihnen etwas Verdächtiges auffällt, damit es aus Ihrer Auskunft entfernt werden kann. Melden Sie gestohlene oder verlorene Dokumente – Reisepass, Bankkarten – umgehend den jeweiligen Stellen.
Werfen Sie niemals Post weg, die Ihre personenbezogenen oder sensiblen Daten enthält. Schreddern und vernichten Sie solche Post zur Sicherheit. Es ist auch verdächtig, wenn Sie plötzlich Sendungen wie Kontoauszüge oder Stromrechnungen etc. nicht mehr erhalten. Vielleicht hat jemand Ihre Post an eine andere Adresse umgeleitet.
Wenden Sie sich gleich beim ersten Vorfall an Ihre Bank oder den Herausgeber Ihrer Karte, um die unbefugten Abbuchungen zu klären. Versichern Sie sich, dass sich niemand Zugriff auf Ihre Onlinekonten verschafft hat. Seien Sie vorsichtig, wenn Sie über öffentliches WLAN einkaufen oder Onlinebanking erledigen, oder ein VPN verwenden. Das Netzwerk ist vielleicht nicht sicher, und Hacker können von jedem, der sich verbindet, Daten abziehen.
Achten Sie darauf, nur auf sicheren Websites einzukaufen. Beginnt die URL mit „https“? Oder enthält die Adressleiste zum Beispiel ein Vorhängeschloss oder ein „Sicher“-Symbol? Überlegen Sie sich ganz genau, ob Sie wirklich auf Websites einkaufen wollen, die Rechtschreibfehler, Bilder mit schlechter Auflösung oder Angebote enthalten, die zu gut sind, um wahr zu sein.
Social Engineering
Beim Social Engineering werden nicht gewöhnliche Hackingtechniken eingesetzt, sondern die menschliche Psychologie ausgenutzt, um Zugriff auf Konten, Informationen oder Systeme zu erhalten. Kriminelle sind Meister im Manipulieren. Wenn sie dadurch an ihr Ziel gelangen, können sie durch ihr Wissen, ihre Fähigkeiten und ihre Geduld sehr überzeugend wirken.
Halten Sie die Augen nach unerwünschten E-Mails, SMS oder Anrufen offen, in denen Sie um personenbezogene Daten gebeten werden. Dazu erzählen Kriminelle ganz unterschiedliche Geschichten. Sie können sich als Banken, die Polizei, das Finanzamt oder andere staatliche Behörden ausgeben. Entweder wollen sie, dass Sie einen Anhang öffnen, der Schadsoftware – sogenannte Malware – enthält, oder auf einen Link zu einer Website klicken, bei denen es sich häufig um einen Klon einer echter Site handelt. Die Malware oder falschen Websites sind so eingerichtet, dass sie personenbezogene Daten, wie Benutzernamen, Passwörter, Anmeldedaten oder Steuer-IDs abziehen, die zum Identitätsdiebstahl genutzt werden.
Synthetischer Identitätsbetrug
Beim synthetischen Identitätsbetrug handelt es sich um eine raffinierte, neue Betrugsmethode, bei der aus echten und fiktiven Informationen eine künstliche Identität geschaffen wird. Kriminelle nehmen zum Beispiel eine echte Ausweisnummer und Anschrift und kombinieren sie mit einem falschen Namen und Geburtsdatum.
So sollen plausible Identitäten entstehen, mit denen die Kriminellen Darlehen, Kreditkarten, Handyverträge und so weiter beantragen. Selbst wenn die Anträge abgelehnt werden, können die Kriminellen die künstliche Identität anderen Karten und Konten als befugte Benutzer*innen hinzufügen, um eine Kredithistorie aufzubauen.
Wenn Sie Post erhalten, die an Menschen adressiert ist, die nicht bei Ihnen wohnen, oder Anrufe oder Post wegen sekundärer Benutzer*innen auf Ihren Konten erhalten, sind dies eventuell Anzeigen für einen synthetischen Identitätsbetrug. Wenden Sie sich an Ihre Bank, den Herausgeber Ihrer Karte oder eine andere zuständige Stelle.
Versicherungsidentitätsdiebstahl
Beim Versicherungsidentitätsdiebstahl verwendet jemand Ihre Identität, um unter Ihrem Namen ärztliche Versorgung, Rezepte oder Rückerstattungen für medizinische Rechnungen zu erhalten. Versicherungsidentitätsdiebstahl kann sich mit der Zeit auf Ihre Krankenakte, Ihren Versicherungsbeitrag oder Ihre Kreditauskunft auswirken.
Um dies zu vermeiden, geben Sie Ihre Versicherungsdaten niemals an andere weiter und achten Sie auf Ihre Versicherungsbeiträge und Ihre Kreditauskunft.
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